Ein gebrauchter Pellenc Grapes’Line kann für Winzer eine interessante Möglichkeit sein, die maschinelle Weinlese mit einem geringeren Investitionsaufwand zu organisieren. Auf dem Gebrauchtmarkt werden verschiedene Grapes’Line Modelle angeboten, sodass sich Maschinen mit unterschiedlichen Baujahren, Betriebsstunden und Ausstattungen vergleichen lassen. Aktuelle Gebrauchtangebote zeigen beispielsweise Grapes Line 60 und Grapes Line 80 mit unterschiedlichen Betriebsstunden und Baujahren.
Bei einem Gebrauchtkauf sollte jedoch nicht ausschließlich der Verkaufspreis betrachtet werden. Entscheidend sind der technische Zustand, die bisherige Nutzung, die Wartung und die Eignung für die eigenen Rebflächen. Auch Ersatzteilversorgung, Service und mögliche Reparaturkosten sollten in die Entscheidung einbezogen werden.
Technik eines gebrauchten Pellenc Grapes’Line
Die genaue Ausstattung hängt vom jeweiligen Modell und Baujahr ab. Bei einem dokumentierten Grapes Line 60 aus dem Jahr 2020 werden beispielsweise ein hydraulischer Antrieb über ein eigenes Hydraulikaggregat, ein ECO POWER Hydrauliksystem, Schütteltechnik, seitliche Förderbänder, ein Gebläse zur Reinigung und eine automatische Zeilenführung genannt.
Bei einem gebrauchten Grapes Line 80 aus dem Jahr 2019 werden unter anderem ein Sortiersystem, ein ECO POWER Hydrauliksystem, eine automatische Zeilenführung, Gebläse und ein elektronisches Bedienpanel aufgeführt.
Diese Beispiele zeigen, warum beim Gebrauchtkauf nicht nur der Modellname, sondern auch die konkrete Ausstattung der angebotenen Maschine geprüft werden sollte.
Kaufkriterium Baujahr
Das Baujahr ist ein erster Anhaltspunkt für die Bewertung einer gebrauchten Erntemaschine.
Ein älteres Modell muss nicht automatisch eine schlechte Wahl sein. Wenn die Maschine regelmäßig gewartet und sorgfältig eingesetzt wurde, kann sie weiterhin für den professionellen Weinbau geeignet sein.
Gleichzeitig sollte bei älteren Maschinen geprüft werden, ob bestimmte technische Komponenten bereits stärker verschlissen sind und ob Ersatzteile weiterhin problemlos verfügbar sind.
Kaufkriterium Betriebsstunden
Die Betriebsstunden gehören zu den wichtigsten Informationen beim Gebrauchtkauf.
Sie geben einen Hinweis darauf, wie intensiv die Maschine bisher eingesetzt wurde. Allerdings sollte die Betriebsstundenzahl immer zusammen mit der Wartungshistorie betrachtet werden.
Aktuelle Gebrauchtangebote zeigen beispielsweise einen Grapes Line 60 mit 270 abgelesenen Betriebsstunden sowie ein weiteres Modell mit 450 Motorstunden. Wer sich für einen Pellenc Grapes’Line gebraucht interessiert, kann hier verschiedene Aspekte gebrauchter Weinbautechnik berücksichtigen.
Eine einzelne Betriebsstundenzahl reicht deshalb nicht aus, um den Zustand einer Maschine zu beurteilen.
Kaufkriterium Wartungshistorie
Eine nachvollziehbare Wartungshistorie kann beim Kauf einer gebrauchten Maschine besonders hilfreich sein.
Winzer sollten nach Möglichkeit nachvollziehen können, welche Inspektionen durchgeführt wurden und welche Komponenten bereits ersetzt oder repariert wurden.
Interessant sind insbesondere Unterlagen zu:
Motor
Hydraulik
Schüttelsystem
Fördertechnik
Reinigungssystem
Elektronik
Fahrwerk
Verschleißteilen
Je vollständiger die Dokumentation ist, desto besser lässt sich der technische Zustand einschätzen.
Kaufkriterium Erntesystem
Das Erntesystem sollte bei der Besichtigung besonders genau betrachtet werden.
Schüttelarme und andere mechanisch beanspruchte Komponenten sind während der Weinlese hohen Belastungen ausgesetzt.
Bei einem gebrauchten Modell sollte daher geprüft werden, ob das System ordnungsgemäß funktioniert und ob sichtbarer Verschleiß vorhanden ist.
Eine praktische Vorführung kann zusätzliche Informationen liefern.
Kaufkriterium Reinigungstechnik
Während der maschinellen Ernte können neben den Trauben auch Blätter und andere Bestandteile aufgenommen werden.
Deshalb spielt die Reinigungstechnik eine wichtige Rolle.
Bei gebrauchten Maschinen sollten Gebläse, Absaugung und weitere Reinigungskomponenten auf Funktion und Verschleiß geprüft werden. Bei dokumentierten Grapes’Line Maschinen werden entsprechende Gebläse und Reinigungssysteme als Bestandteil der Ausstattung aufgeführt.
Kaufkriterium Sortiertechnik
Je nach Modell kann auch eine Sortiereinheit vorhanden sein.
Bei einem Grapes Line 80 aus einem aktuellen Gebrauchtangebot wird beispielsweise ein Selectiv Process Sortiersystem mit mehrstufigem Sortierband genannt.
Wenn eine Sortiertechnik vorhanden ist, sollte geprüft werden, ob sie vollständig funktioniert und in welchem Zustand sich die entsprechenden Komponenten befinden.
Kaufkriterium Fördertechnik
Die Fördertechnik transportiert das Erntegut innerhalb der Maschine.
Förderbänder und weitere Transportkomponenten sind während des Einsatzes mechanischen Belastungen ausgesetzt.
Bei einer gebrauchten Maschine sollten deshalb insbesondere Förderbänder, Umlenkungen und Antriebe auf Verschleiß und Beschädigungen geprüft werden.
Kaufkriterium Hydraulik
Die Hydraulik übernimmt bei einem Traubenvollernter zahlreiche Funktionen.
Leitungen, Anschlüsse, Pumpen und weitere hydraulische Komponenten sollten auf sichtbare Schäden und mögliche Undichtigkeiten kontrolliert werden.
Eine technische Prüfung ist besonders sinnvoll, wenn die Maschine bereits viele Betriebsstunden absolviert hat.
Kaufkriterium Spurführung
Eine präzise Führung innerhalb der Rebzeile kann den praktischen Einsatz erleichtern.
Bei dokumentierten Grapes’Line Modellen wird eine automatische Zeilenführung aufgeführt.
Bei einer gebrauchten Maschine sollte geprüft werden, ob die vorhandene Spurführung ordnungsgemäß funktioniert und ob Sensoren oder andere Komponenten Wartungsbedarf aufweisen.
Kaufkriterium Traktor und Zugtechnik
Bei gezogenen Grapes’Line Modellen muss auch der vorhandene Traktor berücksichtigt werden.
Leistung, Hydraulik, Anschlüsse und weitere technische Voraussetzungen müssen zur Maschine passen.
Ein konkretes gebrauchtes Grapes Line 60 Angebot wird beispielsweise als gezogener Traubenvollernter mit eigenem Hydraulikaggregat und Traktorbetrieb beschrieben.
Deshalb sollte vor dem Kauf geprüft werden, ob der vorhandene Schlepper für das jeweilige Modell geeignet ist.
Kaufkriterium Rebzeilen
Die Maschine muss zur vorhandenen Rebstruktur passen.
Wichtige Faktoren sind:
Reihenabstand
Rebstockhöhe
Erziehungsform
Gelände
Wendebereiche
Bodenverhältnisse
Vor dem Kauf sollten die technischen Anforderungen des konkreten Modells mit den Bedingungen im eigenen Weinberg verglichen werden.
Kaufkriterium Fahrwerk und Reifen
Bei einem gebrauchten Traubenvollernter sollte auch das Fahrwerk sorgfältig kontrolliert werden.
Reifen sollten auf Zustand und gleichmäßigen Verschleiß untersucht werden.
Auch mechanische Komponenten des Fahrwerks können durch langjährigen Einsatz beansprucht worden sein.
Kaufkriterium Elektronik
Elektronische Steuerungen gehören bei modernen Erntemaschinen zu den wichtigen Systemen.
Beim Gebrauchtkauf sollten Anzeigen, Bedienpanel, Sensoren und Steuerfunktionen getestet werden.
Ein dokumentiertes Grapes Line 80 Angebot verfügt beispielsweise über ein elektronisches Bedienpanel.
Elektronische Probleme sollten vor dem Kauf möglichst erkannt werden, da eine spätere Fehlersuche aufwendig sein kann.
Kaufkriterium Kabine und Bedienung
Bei selbstfahrenden Maschinen sollte die Kabine ebenfalls überprüft werden.
Der Fahrer muss während der Ernte viele Stunden mit der Maschine arbeiten. Eine übersichtliche Bedienung und gute Sichtverhältnisse können deshalb im täglichen Einsatz wichtig sein.
Alle Bedienelemente sollten getestet werden.
Kaufkriterium Verschleiß
Verschleiß ist bei einer gebrauchten Weinbaumaschine grundsätzlich normal.
Entscheidend ist jedoch, wie weit der Verschleiß fortgeschritten ist.
Vor dem Kauf sollten besonders stark beanspruchte Komponenten untersucht werden.
Wenn mehrere Teile kurzfristig ersetzt werden müssen, sollte der entsprechende Aufwand in die Gesamtkalkulation aufgenommen werden.
Kaufkriterium Ersatzteilversorgung
Die Ersatzteilversorgung sollte vor dem Kauf geklärt werden.
Ein längerer Maschinenausfall während der Weinlese kann für einen Weinbaubetrieb problematisch sein.
Bei älteren Modellen sollte deshalb besonders darauf geachtet werden, ob wichtige Ersatzteile noch verfügbar sind.
Kaufkriterium Service
Neben Ersatzteilen ist ein erreichbarer Service wichtig.
Vor dem Kauf sollte geprüft werden, welche Werkstätten und Fachbetriebe die Maschine warten oder reparieren können.
Auch die Entfernung zum Servicebetrieb kann bei einer professionellen Nutzung eine Rolle spielen.
Kaufkriterium Preis
Der Preis eines gebrauchten Pellenc Grapes’Line kann abhängig von Modell, Baujahr, Betriebsstunden und Ausstattung erheblich variieren.
Aktuelle Angebote zeigen beispielsweise einen Grapes Line 60 aus dem Jahr 2020 mit 450 Stunden für 68.000 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer. Ein weiteres Angebot für einen Grapes Line 80 aus dem Jahr 2019 wird mit 78.000 Euro angegeben. Diese Preise sind lediglich Beispiele aus aktuellen Angeboten und keine allgemeingültige Marktpreisbewertung.
Deshalb sollte ein Angebot immer individuell bewertet werden.
Kaufpreis und Folgekosten gemeinsam betrachten
Der Kaufpreis ist nur ein Teil der tatsächlichen Investition.
Zusätzlich können Kosten für folgende Bereiche entstehen:
Transport
Wartung
Reparaturen
Verschleißteile
Kraftstoff
Versicherung
Unterbringung
Finanzierung
Diese Kosten sollten bereits vor dem Kauf in die Kalkulation einbezogen werden.
Probefahrt durchführen
Eine Probefahrt ist bei einer gebrauchten Maschine besonders sinnvoll.
Dabei können Antrieb, Hydraulik, Erntesystem, Fördertechnik, Reinigung und elektronische Steuerung überprüft werden.
Wenn möglich, sollte die Maschine unter Bedingungen getestet werden, die dem späteren Einsatz im eigenen Weinberg möglichst nahekommen.
Technische Prüfung durchführen
Bei einer größeren Investition kann eine unabhängige technische Prüfung sinnvoll sein.
Dabei können unter anderem Motor, Hydraulik, Elektronik, Fahrwerk und Erntetechnik untersucht werden.
Eine solche Prüfung kann helfen, mögliche Reparaturkosten vor dem Kauf besser einzuschätzen.
Mehrere Angebote vergleichen
Winzer sollten möglichst mehrere gebrauchte Maschinen miteinander vergleichen.
Dabei können folgende Kriterien in einer Übersicht gegenübergestellt werden:
Baujahr
Betriebsstunden
Ausstattung
Wartung
Technischer Zustand
Erntesystem
Reinigung
Sortiertechnik
Preis
Service
Ersatzteilversorgung
Eine solche Gegenüberstellung verhindert, dass ausschließlich der günstigste Kaufpreis als Entscheidungskriterium verwendet wird.
Gebrauchtes Modell und Auslastung
Die geplante jährliche Auslastung spielt eine wichtige Rolle bei der Wirtschaftlichkeit.
Wenn ein Betrieb eine große Rebfläche maschinell ernten möchte, kann sich eine eigene Maschine anders rechnen als bei einer kleinen Fläche.
Bei geringerer Auslastung sollte zusätzlich geprüft werden, ob die Nutzung eines Lohnunternehmens wirtschaftlich sinnvoller wäre.
Dokumentation des Gebrauchtkaufs
Nach dem Kauf sollten Wartungsarbeiten und Reparaturen weiterhin dokumentiert werden.
Eine gute Dokumentation hilft bei späteren Wartungen und kann auch den Wiederverkaufswert der Maschine unterstützen.
Fazit
Ein Pellenc Grapes’Line gebraucht kann für Winzer eine interessante Möglichkeit sein, professionelle Weinlesetechnik mit einem geringeren Investitionsaufwand zu erwerben. Die konkreten Modelle können sich hinsichtlich Baujahr, Betriebsstunden, Ausstattung und technischem Zustand deutlich unterscheiden.
Beim Kauf sollten deshalb nicht nur Preis und Modellbezeichnung betrachtet werden. Besonders wichtig sind Betriebsstunden, Wartungshistorie, Erntesystem, Reinigungstechnik, Fördertechnik, Hydraulik, Elektronik und Verschleiß.
Auch die Kompatibilität mit den eigenen Rebflächen und bei gezogenen Modellen mit dem vorhandenen Traktor muss geprüft werden. Eine Probefahrt und gegebenenfalls eine fachkundige technische Prüfung können zusätzliche Sicherheit schaffen.
Wer mehrere Angebote vergleicht und neben dem Kaufpreis auch Wartung, Reparaturen und laufende Betriebskosten berücksichtigt, kann die tatsächliche Wirtschaftlichkeit besser einschätzen. So lässt sich ein gebrauchter Pellenc Grapes’Line gezielt auswählen und passend zu den Anforderungen des eigenen Weinbaubetriebs einsetzen.

